Das Libet-Experiment und seine Botschaft
Seit den Matrixfilmen ist uns allen plastisch vor Augen geführt worden, dass unser Geist in ein Korsett von Gedankenformen und Gefühlsimpulsen eingebettet ist, die durch unsere Erfahrungen entstanden sind. Dazu gehören auch alle Einflüsse, Einstellungen und Werte unserer Umgebung, in der wir aufgewachsen sind. Dazu gehören vor allem emotional stark aufgeladene Erlebnisse, die entweder schmerzhaft waren oder uns Zuwendung und Anerkennung gebracht haben.

 

Das Libet-Experiment 
Unser Rechts- und Gesellschaftssystem ist darauf aufgebaut, dass der Mensch den freien Willen hat, konstruktiv oder destruktiv zu handeln. Doch Anfang der 1980er Jahre erschütterte amerikanische Physiologe Benjamin Libet diese Idee durch sein berühmtes „Libet-Experiment“. Probanden konnten sich frei zwischen zwei Tasten entscheiden. Erstaunlicherweise ließ sich diese Entscheidung 350 Millisekunden vor der bewussten Entscheidung des Probanden aus den elektrischen Reizmustern des Gehirns ablesen. Das Experiment wurde von verschiedenen Wissenschaftlern in vielen Variationen wiederholt. Immer kamen Sie zu dem Ergebnis, dass es im Gehirn eine Instanz geben muss, die schon entschieden hat, bevor wir uns bewusst entscheiden. Was bedeutete das für unser Selbstverständnis? Manche schließen daraus, dass der Mensch keinen freien Willen hat. Andere kommen zu der gefährlichen Annahme, dass wir für unser Handeln nicht verantwortlich sind. Ihr Bauchgefühl sagt dazu vermutlich gleich, dass daran etwas nicht stimmen kann. Doch was?

 

Woher kommt die Intuition?  
Das Institute of HeartMath in Kalifornien machte ein weiteres interessantes Experiment. Den Probanden wurden in zufälliger Reihenfolge angenehme und unangenehme Fotos auf einem Bildschirm gezeigt. Nicht einmal die Tester wussten, welches Bild als nächstes kommen würde. Bei den Probanden wurden während des Experiments die körperlichen Stressreaktionen gemessen. Erstaunlicherweise ging die Stresskurve schon hoch, bevor ein unangenehmes Foto auf dem Bildschirm erschien. Die unbewusste körperliche Sensorik musste die Information – obwohl sie nur der Computer wusste – schon vorher intuitiv empfangen haben. Doch das war nicht alles. Man fand heraus, dass der intuitive Impuls über das Herz in den Körper gelangte.

 

Wer ist der Souverän – das Bewusste oder das Unbewusste?
Wir sind weit davon entfernt, diese Dynamiken zu verstehen. Doch einige Thesen kann man aufstellen:
Der Körper ist ein elektromagnetischer Generator und Empfänger. Addiert man die Voltzahl seiner gesunden Zellen kommt man auf eine Spannung von 50 – 70 Mrd. Volt. Jeder Gedanke ist ein elektrischer Impuls. Kein Wunder, dass der Körper in Feldern eingebettet ist, in denen die ganze bewusste und unbewusste Information eines Menschen gespeichert ist. Und diese Felder können über Resonanz mit anderen Feldern in Verbindung treten und dort Informationen abholen. Diese Kommunikation geschieht unbewusst, da wir auf der bewussten Ebene immer nur einen Prozess zu einer Zeit bearbeiten können.
So könnte man das Gehirn und das Bewusste als Empfänger der unbewussten Information verstehen, die aus dem energetischen Feld um jeden lebenden Menschen kommt. Die Entscheidungen eines Menschen werden vermutlich im Unbewussten getroffen aus allen Informationen, die dem Unbewusstenzugänglich sind. Dazu gehören auch bewusst gesetzte Duftmarken wie Werte, Ziele, Wünsche, Absichten. Jeder Mensch füttert permanent sein Unbewusstes mit Daten über sich. Daraus errechnet das Unbewusste die für ihn passende Entscheidung. Ganz extrem zeigt sich das bei Reflexen. Hier wird als Überlebensstrategie das Bewusste für einige Momente fast gänzlich ausgeschaltet.

 

Wo steckt der freie Wille?     
Das Füttern des Unbewussten mit Werten, Wünschen, Zielen, Absichten oder die Änderung dieser Faktoren ist ein bewusster, willentlicher Akt. Auch wenn das Umfeld, diese Faktoren erheblich beeinflusst. Darin steckt eine wichtige Steuerungs-möglichkeit, für die jeder selbst verantwortlich ist. Der sogenannte freie Wille geistert irgendwo in dieser Geschichte herum.
Die Wechselwirkung unseres Denkens mit unserem Verhalten haben Psychologen zur Ehrenrettung des freien Willens bestätigt: Zweifel am freien Willen macht Menschen aggressiver, weniger hilfsbereit und unmotivierter. Im Gegenzug verändert der Glaube an den freien Willen die Stärke des Bereitschaftspotenzials im Libet-Experiment, was italienische Forscher berichten.

 

Veto    
Hat das Bewusste gar ein Vetorecht, wenn ein unbewusster Impuls auftaucht? Ich habe einen wichtigen Text zu schreiben und ich weiß, dass ich ihn mir aus dem Gehirn quetschen muss. Nichts würde ich lieber tun, als bei dem heutigen schönen Wetter in den Wald zu gehen und Pilze zu sammeln. Doch ich reiße mich zusammen und schreibe. Wer hat diese Entscheidung getroffen? Vielleicht mein Unterbewusstes? Aber es brauchte einen kräftigen bewussten Impuls, um die Entscheidung umzusetzen.

 

Vielleicht hat der freie Wille oder das Bewusste nur den Auftrag,
die unbewussten Informationsmuster zu modifizieren?
                                                         

 

Empfehlung: Wer mehr über die unbewussten Felder nachdenken möchte, kann sich dieses schöne Video aus Forschungen des Institute of HeartMath ansehen. http://youtu.be/QdneZ4fIIHE

 

Michaele Kundermann
Email: contact(at)kundermann-consult.de
Tel. 06081-584366
www.michaele-kundermann.com

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